Asbestexposition und Mesotheliom bei Haustieren

Es ist seit langem bekannt, dass eine Exposition gegenüber Asbest beim Menschen Mesotheliome verursachen kann. Dass auch Ihr Haustier diesen unheilbaren Krebs als Folge der Exposition gegenüber Asbest erleidet, wird von vielen Tierbesitzern nicht berücksichtigt. Verschiedene Studien haben seitdem gezeigt, dass Haustiere nicht unempfindlich gegen Asbestexposition sind und wie beim Menschen als Folge dieser Exposition Mesotheliome auftreten können.

Was ist Mesotheliom?

Das Mesotheliom ist eine relativ seltene Form von Krebs, bei der ein Tumor in der Peritoneal-, Herz- oder Lungenmembran gebildet wird. Bei Menschen tritt die Krankheit am häufigsten in der Pleura auf, in 10% der Fälle im Peritoneum und in weniger als 1% am Herzen. Das Mesotheliom ist eine ziemlich aggressive Form von Krebs, deren Heilung nicht möglich ist. Die Mehrheit der Patienten stirbt innerhalb eines Jahres nach der Diagnose. Beim Menschen tritt die Krankheit 10 bis 60 Jahre nach Asbestexposition auf. Bei vielen Tieren scheint die Krankheit bereits einige Monate bis einige Jahre nach der Exposition gegenüber Asbest früher aufzutreten. Es ist nur eine Ursache für ein Mesotheliom bekannt, nämlich die Exposition gegenüber Asbestfasern. Die Krankheit kann bereits bei kurzer Exposition und geringer Konzentration von Asbestfasern auftreten. Alle Arten von Asbest können Mesotheliom verursachen, obwohl es einen Unterschied im Risiko zwischen Amphibol- und Serpentin-Asbestfasern zu geben scheint. In den Niederlanden sterben jedes Jahr etwa 500 Menschen an einem Mesotheliom. Angaben zur Anzahl der (Haus-) Tiere, die in den Niederlanden pro Jahr an Mesotheliom sterben, sind nicht bekannt (Stand 2017).

Mesotheliom bei Tieren

Dass Tiere auch anfällig für die nachteiligen Auswirkungen einer Asbestexposition sind, wurde in den 1970er Jahren deutlich, als weitere Untersuchungen zur Krankheit durchgeführt wurden. 1977 wurde bei einer Katze erstmals ein Mesotheliom diagnostiziert. Die Krankheit war bereits bei Pferden, Büffeln, einem Kalb, Hamstern, Ratten, Hühnern, Affen, Mäusen und Schafen festgestellt worden. Seitdem wurde hauptsächlich das Auftreten von Mesotheliomen bei Katzen, Hunden und Pferden bei Haus- und Haustieren untersucht. Für Forschungszwecke an Labortieren wie Ratten, Hamstern und Mäusen wurde das Mesotheliom bewusst in Forschungslabors gezüchtet.

Symptome und Beschwerden bei Tieren

Eine Diagnose zu stellen ist bei Tieren oft schwieriger als bei Menschen. Die Symptome, die ein eindeutiger Hinweis auf das Auftreten eines Mesothelioms beim Menschen sind, können bei Tieren häufig eine andere Ursache haben. Häufige Symptome bei Haustieren, bei denen ein Mesotheliom aufgetreten ist, sind Durchfall, Erbrechen, mangelndes Essen oder lästiges Schlucken, Gewichtsverlust und Atemprobleme. Bei einigen Tieren wie Hunden und Katzen können "Hot Spots" entdeckt werden. Dies bezieht sich auf Bereiche des Körpers, die wärmer sind als andere Teile und oft von einer harten, empfindlichen Schwellung begleitet werden, die häufig ihre Form ändert. Ein Tierarzt kann feststellen, ob das Haustier tatsächlich Mesotheliom hat. Hierfür stehen die gleichen Methoden zur Verfügung wie für die Diagnostik beim Menschen. Beispiele hierfür sind Röntgenanalysen oder Biopsien, die jedoch sehr teuer sind.

Welche Tiere sind am stärksten gefährdet?

Nicht jede Tierart ist gleichermaßen von Asbestexposition betroffen. Zum Beispiel haben Hunde ein höheres Risiko für Mesotheliome als Katzen. Und es gibt auch unterschiedliche Risiken zwischen verschiedenen Hunderassen. Irische Setter, Bouviers und Deutsche Schäferhunde haben ein höheres Risiko für Mesotheliome nach Asbestexposition als andere Hunderassen. Das Alter spielt auch eine Rolle, ältere Tiere entwickeln eher die Krankheit als jüngere Tiere. Wenn Haustiere bereits anderen Toxinen wie Pestiziden, Herbiziden oder anderen Chemikalien ausgesetzt sind, steigt das Risiko, ein Mesotheliom zu entwickeln.

Wie sind Haustiere ausgesetzt?

Haustiere müssen nicht für längere Zeit hohen Konzentrationen von Asbestfasern ausgesetzt werden, um ein Mesotheliom zu entwickeln. Haustiere können auf Baustellen oder auch bei Renovierungsarbeiten zu Hause Asbestfasern ausgesetzt sein. Das Herumschnüffeln von Abbruchgebäuden oder (Bau-) Abfällen birgt auch ein ernstes Risiko, Asbest auszusetzen. Darüber hinaus gibt es mit Asbest kontaminierte Orte, z. B. ein Wohngebiet nach einem Asbestbrand oder Trümmerpflaster auf Wegen und Höfen, Pferdeboxen oder mit Asbest kontaminierte Stilllegungsstätten, die ein Expositionsrisiko darstellen. Farmen und Reitställe enthalten oft noch Wellblechasbest auf Dächern in Ställen. Diese Dächer können beispielsweise eine Expositionsquelle für Pferde und Hunde sein. Selbst wenn die Tierhalter an einem kontaminierten Ort mit Asbest in Kontakt gekommen sind, können sie ihre Haustiere exponieren, wenn sie die Asbestkontamination auf ihrer Kleidung oder unter ihren Schuhen tragen. Letzteres wird auch als Sekundäremission bezeichnet. Da das Mesotheliom, genau wie beim Menschen, bei (Haus-) Tieren nicht geheilt werden kann, ist die Verhinderung einer Asbestexposition das einzige Heilmittel.

Video: Tod durch Asbest Unrühmliches Kapitel in der Schweizer Industriegeschichte. Doku. SRF DOK (Dezember 2019).

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