Asbest, ein vielseitiger, aber gefährlicher Werkstoff

Asbest war lange Zeit der Allrounder im Bauwesen. Die Fasern können jedoch schwere Gesundheitsschäden verursachen. Seit 1993 ist die Verwendung von Asbest im Bauwesen verboten, da das Material sehr kleine atmungsaktive Fasern freisetzt, die als krebserregend gelten. Der Umgang mit Asbest bei Abbruch, Renovierung, Wartung und Abfallbehandlung unterliegt daher strengen Vorschriften. Hausbesitzer sind verpflichtet, jeden möglichen Verdacht auf das Vorhandensein von Asbest zu untersuchen, bevor mit dem Abriss, der Renovierung oder der Renovierung begonnen werden kann. Bei der Asbestsanierung muss jedes Detail stimmen.

Asbest, ein vielseitiger Werkstoff

Die Gefahr von Asbest wurde lange unterschätzt. Asbest wurde bis Ende der 1980er Jahre in großem Umfang im Bauwesen eingesetzt. Es wurde als Allround-Material gelobt:
  • Die Asbestfasern sind säurebeständig.
  • sie isolieren gut;
  • sie halten Hitze fern;
  • und sie können in Zement und Harzen gut verarbeitet werden.

Seit dem 1. Juli 1993 ist die Verwendung des faserigen Minerals in unserem Land verboten. Für Gebäude, die vor 1994 gebaut wurden, wurde jedoch in den meisten Fällen Asbest verwendet. Solange die Produkte nicht beschädigt sind, ist das Material in der Regel ungefährlich. Sobald jedoch Bohrer, Meißel oder Sägen verwendet werden, werden Asbestfasern freigesetzt oder es besteht die Gefahr, dass das Material bricht.

Asbestanwendungen

Zu den häufigsten Asbestanwendungen gehörten:
  • Klebstoff zwischen Paneelen und Wänden;
  • Wellbleche;
  • Abwasserrohre;
  • Dichtungen;
  • feuerfeste Wände und Bodenbeläge;
  • Wärmedämmung und Brandschutz in technischen Anlagen.

Asbestkrankheiten werden spät ausgedrückt

Die strengen Sicherheitsvorschriften der letzten Jahrzehnte sind nicht ohne Grund. Der menschliche Körper kann eingeatmete Asbestfasern nur teilweise reduzieren oder ausscheiden. Die Fasern reichen tief in die Lunge und können sich dann in Richtung Pleura bewegen. Selbst eine relativ geringe Konzentration von Asbestpartikeln in der Luft kann das Risiko eines Tumors im Brust- oder Lungenkrebs erhöhen. Dies zeigt sich jedoch in der Regel erst Jahre später: Die Veränderung der Zellen kann einige Zeit in Anspruch nehmen. Für asbestbedingte Krankheiten werden zwischen Exposition und Ausbruch durchschnittlich 30 bis 40 Jahre berechnet.

Gebundener und ungebundener Asbest

Es gibt einen wichtigen Unterschied bei den verschiedenen Asbestanwendungen. Sie können gebunden oder ungebunden sein.
Bei fest gebundenem Asbest sind die Schadfasern sicher in einem Trägermaterial eingeschlossen. Solange sich das Material in einem guten Zustand befindet und nicht bearbeitet wird (Bohren, Schleifen, Schleifen usw.), ist die Wahrscheinlichkeit einer Faserfreisetzung praktisch gleich Null. Man kann sich Materialien aus Asbestzement vorstellen. Sie dienen als Verkleidung, Überdachung (Wellblech), Lüftungskanäle, Blumenkästen usw.
Von ungebundenem Asbest spricht man, wenn die Fasern nicht oder praktisch nicht in einem Trägermaterial verankert sind. Denken Sie an Spritzasbest, Brandschutzplatten und Dämmplatten. Die Schadfasern können dann leicht freigesetzt werden.
Asbestsanierung durch zertifizierte Unternehmen
Diese "weichen" Asbestmaterialien dürfen nur von spezialisierten Unternehmen unter strengen Schutzmaßnahmen entfernt werden:
  • Grundsätzlich dürfen diese Tätigkeiten nur mit Schutzausrüstung durchgeführt werden, d. H. Einteiligen Anzügen, die den Körper vollständig bedecken, in Kombination mit Atemschutz;
  • Solche Sanierungsstellen gelten als äußerst sensible Bereiche, die die Gesundheit ernsthaft schädigen können. Der Zugang ist daher nur über Schlösser möglich. In den angrenzenden Bereichen muss der Fasergehalt der Umgebungsluft ständig überwacht werden.
  • Bei der Entfernung von Asbest ist es wichtig, die Freisetzung von Asbeststaub durch organisatorische Maßnahmen zu verhindern. Wenn dies nicht vollständig verhindert werden kann, muss der Staub abgesaugt und gefiltert werden. Durch das Benetzen von faserhaltigem Material kann unnötiger Staub vermieden werden.
  • Das Personal sollte vorzugsweise Duscheinrichtungen am Arbeitsplatz haben, während die Arbeitskleidung strikt von Zivilkleidung getrennt sein sollte.

In der Praxis wird in der Regel eine Person mit der Koordinierung der erforderlichen Maßnahmen beauftragt.

Asbesthaltige Dacheindeckung

Wenn auf dem Dach Asbest verwendet wird, gibt es keine realistische Alternative zur Sanierung. 2015 hat die Regierung beschlossen, dass Hausbesitzer ihre asbesthaltigen Dächer bis spätestens 2023 entfernen sollen. Wenn die Asbestplatten auf dem Dach noch intakt sind und die Arbeiten nicht sofort dringend sind, kann der Zeitpunkt der Entfernung in der Regel selbst geplant werden. Die Sanierung eines Asbestdaches ist in vielerlei Hinsicht eine sinnvolle Investition: Das Lebensgefühl verbessert sich nachhaltig, wenn der Gefahrstoff entfernt wird. Und es erhöht auch den Wert des Hauses. Wie umfangreich die Maßnahmen sind und mit welchen Kosten Hausbesitzer rechnen müssen, kann im Einzelfall variieren.

Übersicht der wichtigsten Schritte

Der Abriss und die Sanierung eines Asbestdaches sind in der Regel Fachleuten vorbehalten. Dies sind speziell qualifizierte und zertifizierte Dachdecker.
  • Der Quadratmeterpreis für die Abbrucharbeiten ist abhängig von der Dachform, der aktuellen Situation und dem Schwierigkeitsgrad. Aber 2018 muss es bald mit 20 bis 25 Euro pro Quadratmeter gerechnet werden. Darüber hinaus fallen zusätzliche Kosten für die Vermietung und Abdeckung von Gerüsten an.
  • Nach der Demontage werden die Paneele in speziellen luftdichten Beuteln vollständig entfernt. Der Bauschutt wird als Sondermüll behandelt. Die Preise für die Lagerung variieren von Gemeinde zu Gemeinde;
  • Neue Dacheindeckung: Sobald das Asbest sicher vom Dach entfernt wurde, muss es mit anderen Materialien abgedeckt werden. Der Preis richtet sich nach dem gewählten Baustoff und der Verlegetechnik. Aber auch, ob die vorhandene Unterkonstruktion noch genutzt werden kann.

Illegale Asbestsanierung und Ablagerung von asbesthaltigem Material

Wie bereits erwähnt, müssen ab 2024 alle Asbestdächer in den Niederlanden entfernt worden sein. Ein gigantischer Betrieb: Es handelt sich um nicht weniger als 80 bis 90 Millionen (!) Quadratmeter asbesthaltiges Material. Laut dem "Verband der Asbestsanierungsunternehmen", dem Sprachrohr von 12 großen Unternehmen der Asbestindustrie, ist dieses Ziel zu ehrgeizig und praktisch unerreichbar. Der Verband gab dies im August 2018 bekannt. Das Ergebnis ist ein explosionsartiger Anstieg der Nachfrage nach Asbestsanierungsmitteln. Dies fördere laut Verband die Entstehung illegaler Asbestsanierer. Diese Unternehmen arbeiten unsicher und unter dem Preis. Umweltorganisationen weisen in diesem Zusammenhang auch auf die Gefahr des illegalen Deponierens von asbesthaltigen Stoffen hin. Private Land- und Waldbesitzer werden dann mit hohen Kosten für ihre Entfernung konfrontiert.

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