Discitis: Entzündung einer Bandscheibe im Rücken

Bei einer Diskitis kommt es zu einer Entzündung des Raumes zwischen den Knochen der Wirbelsäule (Bandscheibenraum). Discitis selbst ist das Ergebnis einer anderen Infektion. Der Zustand beinhaltet Schwellungen, Reizungen und Schmerzen. Die Diagnose ist eine Herausforderung für den Arzt, da starke Rückenschmerzen, ein häufiges Symptom der Krankheit, bei vielen anderen Erkrankungen auftreten. Ein MRT-Scan ist der am besten geeignete diagnostische Test, um den Zustand zu erkennen, obwohl andere Tests dem Arzt auch Informationen liefern. Die Krankheit ist behandelbar und der Patient erholt sich normalerweise gut. Bettruhe, Medikamente und gelegentliche Operationen sind die Behandlungsmöglichkeiten bei Diskitis. Die Aussichten für Patienten mit Diskitis sind ziemlich gut.

Epidemiologische Diskitis

Discitis ist eine sehr seltene Krankheit. Die Häufigkeit variiert zwischen 1 zu 100.000 und 1 zu 250.000 Personen. Männer sind zwei- bis fünfmal anfälliger für Diskitis als Frauen. Die Krankheit tritt häufig bei Kindern unter zehn Jahren auf, gelegentlich sind aber auch Erwachsene betroffen. Dies ist hauptsächlich auf eine Rückenoperation oder ein diagnostisches Verfahren zurückzuführen, bei dem ein Arzt eine Nadel in den Rücken gesteckt hat.

Verursacht eine Entzündung der Bandscheibe: Infektion

Die Entzündung der Bandscheibe ist das Ergebnis einer Infektion durch Bakterien oder Viren. Andere Infektionen können eine Diskitis verursachen, beispielsweise eine Autoimmunerkrankung (eine Erkrankung, bei der das Immunsystem fälschlicherweise bestimmte Zellen im Körper angreift). Am häufigsten sind die Bandscheiben des oberen und unteren Rückens betroffen.
Alkoholmissbrauch ist ein Risikofaktor für Discitis / Quelle: Jarmoluk, Pixabay

Risikofaktoren Rückenerkrankung

Patienten, die sich von einer Operation erholen, Patienten mit geschwächtem Immunsystem, Patienten mit Diabetes mellitus (Diabetes) und Patienten mit Gefäßerkrankungen haben ein höheres Risiko, eine Diskitis zu entwickeln. Alkoholmissbrauch und intravenöser Drogenkonsum (Verabreichung von Drogen in einer Vene) sind weitere Risikofaktoren.

Symptome: Rückenschmerzen

Erwachsene

Die Diskitis tritt langsam und heimtückisch auf, sodass der Arzt manchmal die Diagnose übersieht. Zunächst leidet ein Patient an starken bis unerträglichen Nacken- oder Rückenschmerzen und Empfindlichkeit in dieser Region. Bei Bewegungen verschlechtern sich die Symptome. Der Schmerz strahlt jedoch selten auf andere Körperregionen aus (Strahlenschmerz). Schmerzmittel und Bettruhe helfen dabei nicht.

Kinder

Bei Kindern tritt die Krankheit akuter auf. Dies verursacht plötzlich Rückenschmerzen, das Kind weigert sich zu gehen, zu stehen oder zu sitzen (besonders bei kleinen Kindern) und das Kind hat Probleme beim Stehen oder Aufstehen. Häufiges Ablehnen ist ein weiteres sichtbares Zeichen für den Zustand des Rückens. Eine zunehmende Krümmung des Rückens ist sichtbar. Rückenschmerzen und Rückensteifheit sind weitere rückenbedingte Symptome. Reizbarkeit, leichtes Fieber, Bauchschmerzen, Appetitlosigkeit, Müdigkeit, plötzliches Schüttelfrost, Schwitzen und andere Symptome der letzten Grippe sind weitere Anzeichen, die auf eine Diskitis hinweisen können.

Diagnose und Untersuchungen

Körperliche Untersuchung

Der Arzt befragt die Krankengeschichte des Patienten und führt dann eine Untersuchung durch. Er bemerkt, dass der Patient die Beine im Liegen nicht in eine höhere Position bringen kann.

Diagnostische Untersuchung

Anschließend führt er einige diagnostische Tests durch, wie zum Beispiel:
  • Eine Biopsie der Wirbelsäule (die Untersuchung des verdächtigen Gewebes erfolgt im Labor)
  • Ein Knochenscan
  • Eine MRT-Untersuchung der Wirbelsäule (bestes diagnostisches Instrument)
  • Ein Röntgenbild der Wirbelsäule
  • Eine vollständige Blutuntersuchung (zeigt Anzeichen einer Infektion, aber nicht spezifisch für eine Diskitis)

Differentialdiagnose

Rückenschmerzen haben viele Ursachen und daher ist die Diagnose oft nicht oder zu spät. Das klinische Bild einer Diskitis ähnelt daher stark dem einiger anderer Erkrankungen, darunter:
  • diabetische Geschwüre (durch Diabetes verursachte Hautgeschwüre)
  • ein spinaler epiduraler Abszess (eine Entzündung mit Eiter im Rückenmark)
  • Osteomyelitis (Entzündung des Knochenmarks)
  • Pyelonephritis (Entzündung der Nieren und des Nierenbeckens) (höherer Harntrakt)
  • Rheumatoide Arthritis (chronische Autoimmunerkrankung mit Entzündung der Gelenke und anderer Organe)
  • Wirbelsäulentumoren (Tumoren im Rückenmark)

Behandlung

Für den Arzt ist es wichtig, die Ursache der Diskitis zu kennen, damit er die geeignete Behandlung darauf abstimmen kann. Eine bakterielle Infektion, die zu einer Diskitis führt, wird vom Arzt durch eine langfristige tägliche intravenöse Antibiotikatherapie (sechs bis acht Wochen) behandelt. Entzündungshemmende Medikamente helfen gut bei Autoimmunerkrankungen. Wenn diese Medikamente nicht wirken und die Schmerzen und Beschwerden anhalten, verabreicht der Arzt Kortikosteroide, starke entzündungshemmende Medikamente. Der Arzt tut dies nur, wenn er sicher ist, dass eine Diskitis nicht das Ergebnis einer anderen Infektion ist, beispielsweise einer vertebralen Osteomyelitis (Entzündung des Knochenmarks des Wirbels). Darüber hinaus können Schmerzmittel oder nichtsteroidale entzündungshemmende Medikamente (NSAIDs) Schmerzen lindern. Einige Patienten erhalten auch Ratschläge zur Bettruhe oder eine angepasste Zahnspange. Armübungen bleiben notwendig, um Schwäche vorzubeugen. Schließlich ist es wichtig, sich gesund zu ernähren und verantwortungsbewusst zu trinken.

Vorhersage

Bei Patienten mit einer Virusinfektion erfolgt die Genesung normalerweise spontan. Patienten mit einer bakteriellen Infektion erholen sich grundsätzlich vollständig nach der Behandlung. Chronische Rückenschmerzen aufgrund dieser Erkrankung sind sehr selten. Wenn eine Autoimmunerkrankung die Ursache für eine Diskitis ist, hängt die Prognose vom Schweregrad der Erkrankung ab. Dies sind oft chronische Erkrankungen. Etwa 15% der Patienten leiden an dauerhaften neurologischen Problemen. Eine Wiederbelebung der Infektion tritt bei 2-8% der Patienten auf. Gelegentlich breitet sich die Infektion auf das Nervensystem oder andere Organe aus. In diesem Fall beträgt die Sterblichkeit 2-12%.

Komplikationsstörung

Mögliche Komplikationen einer Diskitis sind anhaltende Rückenschmerzen (selten) und Nebenwirkungen von Medikamenten. Die Infektion führt auch gelegentlich zu einer Fusion der Wirbel. Bei einem kleinen Kind bilden sich die Wirbel zusammen und die Wirbelsäule neigt sich während des Wachstumsprozesses nach vorne. Dieser Zustand ist als "Kyphose" bekannt.

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