Abführmittel: Anthrachinone und Aloe

Aloe Vera, eine bekannte Sukkulentenpflanze, wird heute hauptsächlich als kosmetischer Inhaltsstoff verwendet, war aber zuvor als gutes und hochwirksames Abführmittel bekannt. Im Blatt der Pflanze sind unterhalb der Haut sogenannte anthrachinonhaltige Harze vorhanden, die im Dickdarm eine stimulierende Wirkung entfalten. Alle Pflanzen, die Anthrachinon enthalten, wirken hauptsächlich abführend. Die Wirkstoffe sind die Anthrachinonglycoside und deren Spaltprodukte. Die Bedienung ist aber je nach Verbindung etwas anders. Dies hängt von der Struktur des betreffenden Stoffes ab.
Es gibt auch anthrachinonfreie Zucker in der Natur. Infolgedessen wirken sie unterschiedlich und werden als Anthrachinonderivate (Derivate sind Derivate) bezeichnet. Einige Forscher glauben, dass Anthrachinonglykoside eine Rolle bei der Lagerung von Nahrungsreserven in der Pflanze spielen. Sie bilden sich in den oberirdischen Pflanzenteilen. Dann gehen sie zu den Organen, um die Vorratsnahrung aufzubewahren. Die Anthrachinonglykoside werden je nach Bedarf aufgeteilt, wobei der Zucker an die Verbrauchsstellen gelangt. Es ist möglich, dass der Transport von Zuckern die einzige Aufgabe dieser Verbindungen ist, aber das ist keineswegs sicher.
Die Gruppe der Anthrachinon-haltigen Pflanzen enthält einige der wichtigsten Abführmittel. Die Anthrachinonglykoside wirken hauptsächlich auf den Dickdarm. Bekannte Abführmittel sind Zubereitungen aus Aloe, Senneblättern und -hülsen, Rhabarberwurzel und Müllrinde.

Die Wirkung der Anthrachinone

Das Glykosidmolekül wird im Dickdarm gespalten. Das Molekül zerfällt in zwei Teile. Der Zucker und der Rest des Moleküls, auch Aglycon (ohne Zucker) genannt. Dieser zuckerfreie Teil des Moleküls beeinflusst die Darmperistaltik (die Darmbewegungen) und die Verdickung des Darminhalts (den Wassergehalt des Stuhls). Damit der Darminhalt leichter abläuft.

Aloe-Arten (Aloëferox, A. succotrina, A. africana)

Bei Aloe-Arten ist es das Harz, das sich zwischen der Schale und dem Schleimkern des Blattes befindet und die Anthrachinone enthält und daher abführend wirkt. Obwohl sie zum Beispiel etwas anders funktionieren als Senna und Dirt Tree. Senna und Dirt Tree enthalten auch Tannine, die teilweise als Glykosid gebunden sind. Die wichtigsten Wirkstoffe in Aloe sind Aloin (20%), Harz (40 bis 80%) sowie Zimtsäure, ätherische Öle und Proteine. Aloine kann aufgrund seiner Struktur chemisch sowohl als Anthrachinonglycosid als auch als Bittersubstanz bezeichnet werden.
Die Wirkung des Anthrachinonglycosids hängt auch von der Wirkung des Aglycons (des zuckerfreien Teils des Moleküls) in der Aloe ab. Diese wird daher freigesetzt, wenn das gesamte Molekül von Darmbakterien gespalten wird. Die Darmperistaltik wird angeregt und mehr Schleim ausgeschieden. Mit Senna, Rhabarber, Dirt Tree, kurz gesagt mit allen Pflanzen dieser Gruppe, passiert genau das Gleiche. Bei Aloe kommt die starke Wirkung der Bitterstoffe hinzu. Infolgedessen übt diese Pflanze einen großen Einfluss auf das Pfortadersystem des Unterkörpers aus (die Pfortader nimmt alle Venen im Unterbauch auf und transportiert ihr Blut zur Leber). Auch die chemischen Strukturen der Harze in Aloe unterscheiden sich von denen beispielsweise in Senneblättern. Die Darmflüssigkeit steigt dadurch an. Man muss jedoch immer darauf achten, keine großen Mengen der Aloe zu verwenden. Dies kann zu einer übermäßigen Durchblutung anderer Körperteile und manchmal zu Entzündungen führen. Insbesondere schwangere Frauen müssen dabei besonders vorsichtig sein.

Dosierung und mögliche Nebenwirkungen der Anthrachinone

Übrigens müssen alle Pflanzen dieser Gruppe genau dosiert werden. Eine falsche Anwendung kann zu einer Entzündung des Dickdarms und anderer Organe in der Bauchhöhle führen. Aloe-Harze sind ein gutes Mittel, um bei Verstopfung kurzzeitig eine Dosis von 0,2 - 0,5 g nach acht bis zwölf Stunden halbfester Linderung ohne Krämpfe zu verabreichen. Vorzugsweise nicht für den Langzeitgebrauch. Gewöhnung und noch mehr Verstopfung können die Folge sein.

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