LDN, ein vielversprechendes Medikament

LDN, Low Dose Naltrexone, ist ein Wirkstoff, der Schmerzen lindern und das Immunsystem stimulieren und stärken kann. Dies kann sich positiv auf viele Erkrankungen auswirken.

Niedrig dosiertes Naltrexon

Naltrexon 50 mg wurde 1984 von der FDA (Food and Drug Administration) zugelassen. Naltrexon wurde ursprünglich verwendet, um Heroin- oder Opiumsüchtigen zu helfen. Die Wirkung dieser Medikamente wird durch das Naltrexon blockiert. Durch die Blockierung der Opioidrezeptoren wird auch die Aufnahme der Opioidhormone blockiert, die unser Gehirn und unsere Nebennieren produzieren, nämlich Beta-Endorphine und Metenkephalin. Viele Gewebe im Körper enthalten Rezeptoren für diese Substanzen, einschließlich fast jeder Zelle in unserem Immunsystem.
1985 entdeckte ein Neurologe namens Bernard Bihari die Auswirkungen einer viel geringeren Dosis von Naltrexon (ca. 3 mg pro Tag) auf das Immunsystem. Es könnte die Reaktion auf eine HIV-Infektion verbessern. 1990 entdeckte er, dass Patienten mit Krebs (zum Beispiel Lymphom oder Bauchspeicheldrüsenkrebs) oder einer Autoimmunerkrankung (wie Lupus) ebenfalls von der Wirkung von LDN profitieren können.
Im Laufe der Jahre wurden immer mehr Forschungsarbeiten durchgeführt und die Ergebnisse und Erfahrungen waren überraschend.

Wie funktioniert LDN genau?

Die niedrige Dosis von Naltrexon (3 - 4,5 mg) verursacht eine vorübergehende Blockade (zwischen 2 - 4 Stunden) der Opioidrezeptoren im Gehirn. Dadurch entstehen zusätzliche Endorphine, die analgetisch wirken und das Immunsystem stärken, die körpereigenen Abwehrkräfte werden aktiviert. Unser Körper stellt seine eigenen opiumartigen und cannabisartigen Analgetika her. Durch LDN wird der Körper mehr von diesen Substanzen und auch mehr von den für seine eigenen Analgetika genannten Rezeptoren eine Hochregulierung der Opiatrezeptoren herstellen. LDN wird vor dem Schlafengehen, nach 21 Uhr eingenommen. Die Wirkung stimmt dann mit der biologischen Uhr der Endorphine überein, die nachts zwischen 2:00 und 16:00 Uhr ihren Höhepunkt erreicht.

Bei welchen Krankheiten ist LDN wirksam?

Dr. Bernard Bihari und mehrere andere Ärzte und Forscher haben die vorteilhaften Wirkungen von LDN auf viele Krankheiten beschrieben. Bei vielen Arten von Krebs, ALS, MS, Morbus Bechterew, Morbus Behçet, Alzheimer, Parkinson, Autismus, CFS / ME, Fibromyalgie, Morbus Crohn, Reizdarmsyndrom (PDS), COPD, Endometriose, HIV / AIDS, Psoriasis, Rheuma, neuropathische Schmerzen, PMS.
Krebs
Bis Mitte 2004 behandelte Dr. Bihari 300 Krebspatienten, die nicht auf Standardbehandlungen ansprachen. Nach 4 bis 6 Monaten Behandlung mit LDN hatten 50% einen Stillstand im Krebswachstum. Von diesen wies mehr als ein Drittel objektive Anzeichen einer Tumorreduzierung auf.
Autoimmunerkrankungen
Innerhalb der Gruppe der Patienten mit einer Autoimmunerkrankung hat jeder auf die LDN reagiert, das Fortschreiten ihrer Erkrankung wurde gestoppt. Bei vielen Patienten war eine deutliche Remission in der Manifestation und den Symptomen der Krankheit festzustellen. Die größte Anzahl von Patienten in dieser Gruppe sind Menschen mit Multipler Sklerose, von denen ungefähr 400 in der Praxis von Dr. Bihari waren. Weniger als 1% dieser Patienten hatten einen neuen MS-Anfall, während sie ihre reguläre Dosis LDN einnahmen.
HIV / AIDS
Im Jahr 2003 behandelte Dr. Bihari 350 AIDS-Patienten, die LDN in Kombination mit regelmäßigen AIDS-Therapien erhielten. Im Vergleich zu den letzten 7 Jahren wiesen mehr als 85% keine nachweisbaren HIV-Viruswerte auf (was eine viel höhere Erfolgsquote als die meisten aktuellen AIDS-Behandlungen darstellt). Es gab auch keine signifikanten Nebenwirkungen. Es gibt auch HIV / AIDS-Patienten, die mit LDN allein jahrelang beschwerdefrei waren.
Zentrales Nervensystem
Es gibt vorteilhafte Wirkungen von LDN auf den Verlauf der Parkinson-Krankheit, der Alzheimer-Krankheit, der ALS und der primären Lateralsklerose. Dr. Jaquelyn McCandless hat eine sehr positive Wirkung von LDN bei Kindern mit Autismus festgestellt (reduziert und in der richtigen Dosierung angewendet).

Wie kann LDN so große Auswirkungen auf so viele Erkrankungen haben?

Alle genannten Erkrankungen teilen eine bestimmte Funktion, nämlich dass das Immunsystem eine zentrale Rolle spielt.

Nebenwirkungen

LDN hat praktisch keine Nebenwirkungen. Zu Beginn der Anwendung können Schlafstörungen und Übelkeit auftreten. In der Regel ist dies nach 1 Woche vorbei, ansonsten kann die Dosierung reduziert werden.

Wichtig

  • Da LDN den Opiatrezeptor blockiert, können Personen, die Analgetika oder Betäubungsmittel (z. B. Tramadol, Morphin, Percocet, Duragesic oder Medikamente mit Codein) einnehmen, LDN erst dann einnehmen, wenn das Arzneimittel vollständig aus dem Körper verschwunden ist.
  • Bei Menschen mit Schilddrüsenproblemen und der Einnahme von Medikamenten sollte das LDN mit der niedrigsten Dosis verwendet werden. Die Medikamentendosis für die Schilddrüse muss möglicherweise schnell angepasst werden.
  • Bei einer vollen Dosis von Naltrexon kann es bei Menschen mit Lebererkrankungen zu negativen Auswirkungen kommen. In Versuchen lag diese bei 300 mg pro Tag.
  • Personen, die sich einer Organtransplantation unterzogen haben, werden vor der Verwendung von LDN gewarnt, da dies der Wirkung der bereits eingenommenen Medikamente entgegenwirken kann.

Dieser Artikel ist nicht als Ersatz für professionelle medizinische Hilfe oder Beratung gedacht. Konsultieren Sie immer einen Arzt, wenn Sie unter einer Krankheit leiden oder die Verwendung von LDN in Betracht ziehen.

Video: LDN ganz einfach selbst herstellen (Januar 2020).

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