Undichter Darm, Kräuter und Essen

Eine erhöhte Permeabilität des Darmepithels aufgrund defekter enger Verbindungen kann eine wichtige Rolle bei der Entwicklung einer Reihe von Erkrankungen spielen, einschließlich Autoimmunerkrankungen, chronisch entzündlichen Erkrankungen und Allergien. Die Qualität von engen Verbindungen kann durch die Verwendung verschiedener Nahrungsergänzungsmittel und Kräuter (einschließlich Probiotika, (langkettiger) mehrfach ungesättigter Fettsäuren und Quercetin) verbessert werden.

Undichter Darm

Die Nährstoffe werden wahlweise von Enterozyten (transzellulär) oder zwischen Enterozyten (parazellulär) aufgenommen. Die Enterozyten werden mit komplexen Strukturen von Lipiden und Proteinen zusammengeklebt. Durch diese engen Verbindungen können kleine (polare) Moleküle in begrenztem Maße passieren. Dieser parazelluläre Weg ist wichtig für die Aufnahme von Mineralien wie Kalzium und Magnesium. Enge Verbindungen sind sehr dynamische Strukturen, die sich unter dem Einfluss aller Arten von (günstigen und ungünstigen) Reizen öffnen und schließen, wie z. B. Ernährungsfaktoren, Hormone, Neurotransmitter, Säure, Stickoxide, Entzündungsmediatoren (Zytokine, Eicosanoide) und freie Radikale.
Bei einer intestinalen Hyperpermeabilität (undichter Darm) sind die engen Verbindungen zu weit geöffnet, so dass Mikroorganismen und / oder allergene oder toxische Makromoleküle das Darmepithel passieren. Dies kann zu Entzündungen und möglicherweise (je nach genetischer Veranlagung) schädlichen immunologischen Reaktionen führen. Die Mikroorganismen und / oder Makromoleküle können in die Blutbahn gelangen und an anderer Stelle im Körper Schäden verursachen, beispielsweise in Leber, Nieren, Herz, Gehirn oder Gelenken.

Bioflavonoide

Fünf Bioflavonoide - EGCG (Epigallocatechingallat aus grünem Tee), Genistein (aus Soja), Quercetin (aus Obst und Gemüse wie Zwiebeln, Kohl und Apfel), Kaempherol und Myricetin (aus Trauben und Tee) - haben sich als vorteilhaft erwiesen engen Verbindungen des Darmepithels beeinflussen. Quercetin erhöht die Expression des Tight Junction-Proteins Claudine-4. Genistein schützt enge Verbindungen vor Schäden durch oxidativen Stress, Acetaldehyd, Darmpathogene (Salmonella typhimurium, Escherichia coli) und entzündungshemmende Zytokine.1 Ob und in welcher Dosis diese Bioflavonoide den Menschen vor undichtem Darm schützen, wurde noch nicht untersucht.

Kräuter

Verschiedene Kräuter wurden in vitro auf ihre Fähigkeit getestet, die Durchlässigkeit von engen Verbindungen zu beeinflussen. Extrakte aus Cayennepfeffer (Capsicum frutescens), Paprika (Capsicum anuum), Tagetes erecta) und Hopfen (Humulus lupulus) erhöhen die Durchlässigkeit von engen Verbindungen, während Extrakte aus schwarzem und grünem Pfeffer, Muskatnuss, Lorbeerblatt, Linde (Tilia vulgaris), Japanischer Sternanis (Illicium anisatum) und Schwarztee (Camellia sinensis) verringern die Durchlässigkeit.
Es ist auch möglich, dass insbesondere Pflanzen mit viel Schleim die Darmflora und die Durchlässigkeit der Darmschleimhaut beeinflussen. Besonders lohnenswert sind Leinsamen, Marshmallows und Malvenkäse. Darüber hinaus können Tanninpflanzen (Kamelie, Brombeerblatt, Tormentil), die besonders bei Durchfall eingesetzt werden, aufgrund ihrer adstringierenden Wirkung die Durchlässigkeit der Darmwand verringern.

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