Der Star Betelgeuse

Betelgeuze ist einer der bekanntesten Sterne in unserem Himmel. Nicht nur, weil er die rechte Schulter des berühmten Sternbildes Orion ist, sondern auch, weil es sich um einen der wenigen Sterne handelt, der auch mit bloßem Auge eine klare rote Farbe aufweist. Die Tatsache, dass diese rote Farbe sogar über eine Entfernung von Hunderten von Lichtjahren sichtbar ist, besagt, dass es sich hier um einen besonderen Stern handelt. Und er ist auf jeden Fall etwas Besonderes - und wer weiß, dass er bald ein großes Spektakel für uns bereithält.
Quelle: gemeinfrei, Wikimedia Commons (PD)

Zahlen und Fakten.

  • Sternzeichen: Orion
  • Wissenschaftlicher Name: Alpha Orionis
  • Position: gerade aufsteigend 5h55m10s.31, Deklination + 7d24m25s.43
  • Klasse: M2Iab (knallroter Superriese)
  • Magnitude: zwischen 0.1 und 1.2 (semi-regular variable)
  • Masse: 15 bis 20 mal die Sonne
  • Entfernung: ca. 650 Lichtjahre

Betelgeuse wurde seit der Antike wegen seiner großen Helligkeit und auffallenden roten Farbe beobachtet. Die Herkunft des Namens Betelgeuze ist unklar; Hierzu sind mehrere Theorien bekannt. Es ist klar, dass der Name aus dem Arabischen stammt. Die bekannteste Erklärung ist, dass es sich um eine Verfälschung von 'Yad al-Jauza' handelt, was so viel wie 'die Mitte' bedeutet. Der Stern ist wahrscheinlich nach einer Figur aus der arabischen Mythologie aus der Zeit vor dem Islam benannt. Jahrhunderte lang war der Stern ein wahres Rätsel für Astronomen. Erst im neunzehnten Jahrhundert begannen sich die Rätsel um die rote Farbe und ihre wechselnde Helligkeit langsam zu lösen.

Groß, schwer und älter.

Wie bereits erwähnt, ist Betelgeuze ein roter Superriese. Rote Superriesen sind große, schwere Sterne, die das Ende ihrer Entwicklung erreicht haben und Anzeichen von Instabilität aufweisen. Betelgeuse ist rund 10 Millionen Jahre alt und begann sein Leben als heißer, blauer Stern. Da schwere Sterne ihren Wasserstoff im Kern um ein Vielfaches schneller nutzen als leichtere (wie unsere Sonne), begann er sich bald in den äußeren Schichten auszudehnen und abzukühlen. Gleichzeitig zog sich der Kern zusammen, was es dem Stern letztendlich ermöglichte, neue Energiequellen zu erschließen. Zunächst bildete sich das Helium in seiner Phase als blauer Stern aus dem Wasserstoff und damit zu immer schwereren Elementen hin. Es ist nicht klar, zu welchem ​​Zeitpunkt Betelgeuse jetzt angekommen ist, aber wenn Sie den Durchmesser als Indikator verwenden könnten, ist es auf gutem Weg: Es sind mehr als eine Milliarde Kilometer, die Sie benötigen würden, wenn Sie es in den Sonnenfleck setzen , fällt aber nur in die Umlaufbahn des Jupiter! Und natürlich braucht ein riesiger Stern viel Licht: Seine Helligkeit wird auf 90.000 bis 150.000 Sonnen geschätzt. Sie müssen sich keine Mühe geben, um eine Bräune zu bekommen.

Pulsierender Stern.

Die Änderungen in der Helligkeit von Betelgeuse werden durch den pulsierenden Stern verursacht. Über einen Zeitraum von fünf bis zehn Monaten dehnt es sich aus und wird heller. Danach schrumpft es ein wenig und wird etwas schwächer. Zusätzlich gibt es eine Wellenbewegung in der Stärke der maximalen und minimalen Helligkeit, die ungefähr 5 Jahre und 8 Monate dauert. Deshalb werden Sterne wie Betelgeuse als halbregelmäßig variabel bezeichnet: Die Impulse selbst sind ziemlich unvorhersehbar, aber ihre Intensität ist klar. Das Pulsieren von Betelgeuse weist auf eine Instabilität in den äußeren Schichten des Sterns hin, der Prozess dahinter ist jedoch unbekannt. Wahrscheinlich hat es etwas mit Temperaturunterschieden in verschiedenen Teilen dieser Schichten zu tun. Jeder Puls kostet jedoch Betelgeöse Masse: Pro Jahrhundert verliert der Stern ungefähr ein Hundertstel der Masse einer Sonne in Materie, was in Kilo immer noch eine 2 mit 28 (!) Nullen darstellt. Oder noch besser: 33.000 Erden.

Betelgeuses Zukunft: Supernova?

Betelgeuze wird sicher nicht mehr lange auf sich warten lassen, aber sobald die Zeit gekommen ist, wartet der Star mit einem spektakulären Abschluss auf uns. Er wird weiterhin schwerere Elemente (Kohlenstoff, Sauerstoff, Magnesium, Silizium) miteinander verschmelzen, bis er zu Eisen gelangt. Aus Eisen wird etwas Strukturelles: Dann produziert die Fusion keine Energie mehr, sondern kostet Energie. Das hat zur Folge, dass dem Stern die Energie ausgeht, der Kern zusammenbricht und sich eine Schockwelle mit einer gewaltigen Explosion herausdrängt: eine Supernova. Für ein paar Monate wird Betelgeuse so hell sein wie die gesamte Milchstraße, und auf der Erde werden Sie monatelang einen Stern sehen, der heller sein kann als der Vollmond. Nachts können Sie im Licht von Betelgeuse lesen und Ihren Schatten sehen. Mit den Monaten wird er schwächer, bis er aus dem Blickfeld verschwindet und Orion ohne rechte Schulter zurückbleibt. Mit einem sehr großen Teleskop werden Sie vielleicht immer noch die Überreste von Betelgeuze finden können: einen Ball aus komprimiertem Material mit einem Durchmesser von vielleicht 20 km, der aber ein paar Mal so schwer ist wie die Sonne. Dieser Neutronenstern ist alles, was von diesem wunderbaren roten Stern übrig bleibt. Und wann können wir dieses Spektakel erwarten? Bald im astronomischen Sinne. Es kann morgen sein, aber es kann auch in ein paar hunderttausend Jahren sein. Behalten Sie ihn also im Auge, denn wer weiß, es kann sein, dass Sie ein Ereignis im Leben weniger als einmal erleben!

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