Fußball war im Zweiten Weltkrieg beliebter denn je

Der Fußball ging gerade im Zweiten Weltkrieg weiter, er war noch populärer als je zuvor. Am 22. Juni 1941 marschierte die deutsche Armee in die Sowjetunion ein. Das Finale der deutschen Fußballmeisterschaft fand am selben Tag im Berliner Olympiastadion statt. Bei 90.000 Zuschauern siegte Rapid Wien mit 4: 3 gegen Schalke 04. Die NS-Führung gab an, "die bessere Mannschaft" habe verloren. In anderen Ländern außer der Sowjetunion wurden die Fußballwettbewerbe wie gewohnt fortgesetzt. Fußball blühte in den Niederlanden. In den Niederlanden war Fußball während der Besetzung beliebter als zuvor. Obwohl der Widerstand regelmäßig einen Boykott forderte, verdoppelte sich die Zahl der Besucher der Spiele zwischen 1940 und 1945. Am zweiten Pfingsttag 1944 wurden die 30.000 Tickets für das Meisterschaftsspiel zwischen De Volewijckers und Heerenveen abgefahren. Rund um das Stadion entstand ein lebhafter Schwarzmarkt für Eintrittskarten, aber Agenten griffen ein und verhafteten 150 Verkäufer. Sie konfiszierten die beschlagnahmten Eintrittskarten kostenlos für umstehende Personen. Die Stadien waren offiziell für Juden verboten, aber es gibt Fälle, in denen Juden sich verstecken, wenn sie an Wettbewerben teilnehmen.

Schwierig

Was auch immer passiert ist, das Spiel wurde während des Krieges in fast allen Ländern fortgesetzt. Obwohl es schwierig war. Die Spieler waren fast immer Soldaten und wurden an die Front geschickt. Vereine setzten daher häufig Gastspieler ein. Es bestand auch immer die Gefahr eines Bombenangriffs auf das Stadion. Der spätere ungarische Weltstar Ferenc Puskas debütierte 1943 mit 16 Jahren. "Während des Spiels flogen Kampfflugzeuge über das Spielfeld, aber wir spielten einfach weiter." Am 19. März 1944 waren 12.000 Zuschauer auf der Tribüne. Der letzte offizielle Wettbewerb in Nazideutschland fand am 23. April 1945 in München statt, als die Alliierten bereits in Sicht waren. Der FC Bayern besiegte den Stadtrivalen TSV 1860 mit 3: 2.

Andere Länder

In den anderen besetzten Ländern und auch in Großbritannien wurde Fußball gespielt. Im Juni 1940 kämpften die Briten nach Dünkirchen, um aus Frankreich zu fliehen. Zur gleichen Zeit spielten England und Schottland ein Länderspiel in Glasgow. 61.000 Zuschauer saßen auf der Tribüne.
Italien spielte wie immer durch. Mussolini war selbst kein großer Fußballfan, aber er erkannte die Propagandamöglichkeiten des Fußballs. Italien wurde 1934 Weltmeister, und die faschistische Propaganda führte den italienischen Triumph auf "die männlichen Energien einer pulsierenden Vitalität in Mussolinis Italien" zurück. 1938 gewann Italien erneut die Weltmeisterschaft.

Nazis

Die Nationalsozialisten hatten Pech, dass die Nationalmannschaft in der Hitler-Zeit keine guten Leistungen erbrachte. Das einzige Fußballspiel, das Hitler jemals besuchte, war Deutschland-Norwegen bei der Berliner Olympiade 1936, die mit einer Heimniederlage endete. Es wurde erwartet, dass die Anschluss mit Österreich im Jahr 1938. In jenen Jahren besaß dieses Land eines Wunderteam. Die Nazis hofften nun, eine gute Nationalmannschaft zusammenzustellen. Der deutsche und der österreichische Spielstil erwiesen sich jedoch als nicht kompatibel. Darüber hinaus waren die österreichischen Fußballfans nicht so nationalsozialistisch eingestellt, wie es die Propaganda vermuten ließ.

Österreich

Das Referendum vom 10. April 1938 ergab, dass sich laut offizieller Volkszählung 99,75 Prozent der Österreicher für den Beitritt zum Dritten Reich aussprachen. Aber das freundlich Anschlussspiel zwischen Deutschland und Österreich am 3. April ergab ein anderes Bild. Österreich gewann mit 2: 0, und die 60.000 Zuschauer in Wien feierten den Sieg so ausgelassen, dass der Reichssportführer von Tschammer und Osten von diesem "Nationalismus" erstaunt war. Auch der Wettbewerb Admira Wien-Schalke 04 vom 17. November 1940 geriet außer Kontrolle. Österreichische Anhänger hielten antideutsche Gesänge und Kämpfe ab, warfen Steine ​​und brachen den Mannschaftsbus von Schalke. Nach all dem Aufruhr wurden alle Reifen der Limousine des Naziführers Baldur von Schirach geschnitten.

Niederlande

Solche Situationen sind in den Niederlanden noch nie aufgetreten. Alle Vereine haben uneingeschränkt mit den Deutschen zusammengearbeitet. Zum Beispiel haben im Herbst 1941 alle Vereine ihre jüdischen Mitglieder abgeschafft. Es gibt ein paar kleine Beispiele für eine erstaunliche Zusammenarbeit mit den Deutschen. Zum Beispiel, nachdem PEC Zwolle zwei "NSB-Mädchen" als Mitglieder abgelehnt hatte, wurde der Club von den Behörden aufgelöst und Clubsekretär Peters ging ins Lager Vught. Bei Unitas in Delft wurde 1941 kein NSB-Mitarbeiter in den Vorstand berufen. Der Verein wurde daher von den Behörden aufgelöst. Ein Jahr später würde der Verein mit einem neuen Vorstand wieder aufgenommen. Das prominente Vorstandsmitglied Huub Sterkenburg wurde jedoch Opfer dieses Konflikts. Er starb in einem Konzentrationslager in Neuengamme.

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